Vor einigen Jahren fuhr ich auf der Autobahn durchs Ruhrgebiet. Viel mehr: Ich stand eher als zu fahren, weil die Straße völlig verstopft war. In einiger Entfernung hing ein riesiges Transparent von einem alten Gasometer herunter. Darauf stand geschrieben: „Ihr steht nicht im Stau. Ihr seid der Stau!“
Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, erzählte unlängst vor Kunden recht offen, wie sehr auch ihn das Ausmaß der Finanzkrise überrascht hat. Ein Punkt, den er dabei erwähnte, ist besonders beunruhigend.
Jürgen Habermas ist ein Fall für die Feuilletons – und die haben seinen 80. Geburtstag bereits vorab ausgiebig gefeiert. Wie immer man die umfangreichen und schwierigen Theorien des deutschen Starphilosophen im Detail bewerten mag, in einem Punkt dürften sich die Kritiker einig sein: Dieser Mann glaubt noch an die Vernunft.
Ist der Euro eine Lösung oder ein Problem? Die Frage stellt sich mit der Finanzkrise neu. Und die Antwort kann nur eine politische sein, nämlich das zusätzliche Engagement Deutschlands in Europa, das die Bundesregierung beharrlich verweigert.
Was waren die Ursachen der Finanzkrise? Dazu gibt es jetzt eine populäre Standarderklärung: Schuld war die „Gier“ einiger „verrückt gewordener“ oder „unverantwortlicher“ Manager, die das Finanzsystem an die Wand gefahren haben.
Man nehme reichlich billige Kredite auf und kaufe dafür unterbewertete Assets – seien es Aktien, Kredite oder ganze Unternehmen. So lässt sich in der Krise Geld verdienen.