Quantitative VWL oder Ordnungspolitik? Eine Stimme aus dem Wirtschaftsministerium
Mittwoch, 08.07.2009
Hier eine – wie ich finde, vernünftige! – Stimme aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie zu der Frage, wie die VWL für die Wirtschaftspolitik nützlich sein kann. Verfasser ist Dr. Berend Diekmann, der Text ist ungekürzt, und er hat mir für die Verbreitung hier seine Erlaubnis gegeben.
Die Lage der Ordnungstheorie
Volkswirtschaftslehre nach Adam Riese oder nach
Adam Smith?
Dr. Berend Diekmann
Mit ungewohnter Heftigkeit tobt zur Zeit in Deutschland eine Auseinandersetzung um die Ausrichtung der Volkswirtschaftslehre an den Universitäten.
83 Professoren der Volkswirtschaftslehre sahen sich sogar veranlasst, einen Aufruf zur Rettung der Wirtschaftspolitik zu veröffentlichen.
Es scheint, nicht nur die Unternehmenslenker und die Wirtschaftsverfassung, sondern auch die Wirtschaftswissenschaften selbst stecken mittlerweile in einer Vertrauenskrise. Worum geht es?
Die Lage der Ordnungstheorie
Volkswirtschaftslehre nach Adam Riese oder nach
Adam Smith?
Dr. Berend Diekmann
Mit ungewohnter Heftigkeit tobt zur Zeit in Deutschland eine Auseinandersetzung um die Ausrichtung der Volkswirtschaftslehre an den Universitäten.
83 Professoren der Volkswirtschaftslehre sahen sich sogar veranlasst, einen Aufruf zur Rettung der Wirtschaftspolitik zu veröffentlichen.
Es scheint, nicht nur die Unternehmenslenker und die Wirtschaftsverfassung, sondern auch die Wirtschaftswissenschaften selbst stecken mittlerweile in einer Vertrauenskrise. Worum geht es?
Die Welt-Wirtschaftskrise: Überregulierung
Donnerstag, 18.06.2009
Soviel ist sicher: es wird weiterhin Wirtschaftskrisen geben. Und: es wird weiterhin Erfindungsreichtum auf den Märkten geben, um jede Regulierung herum. Und: auf diesem Ab und Auf gründet sich unser langfristiger Wohlstand.
Baut die deutsche VWL nach internationalen Standards um!
Sonntag, 14.06.2009
Der folgende Aufruf erschien am Montag, den 8. Juni 2009 im Handelsblatt:
Ein Aufruf von 188 Professoren und Forschern der Volkswirtschaftslehre: Nicht wettbewerbsfähige Strukturen in den deutschen Ökonomie-Fakultäten nicht zementieren.
Mit Sorge verfolgen wir, 188 Professoren und Forscher der Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftswissenschaften, die Bestrebungen einiger unserer Kollegen, für eine Zementierung international nicht wettbewerbsfähiger Strukturen an deutschen VWL-Fakultäten zu argumentieren und den Blick der Öffentlichkeit auf den nützlichen Beitrag unserer Wissenschaft für die Lösung der drängenden Probleme zu verstellen. Dazu wird ein Zerrbild moderner ökonomischer Forschung gezeichnet.
Ein Aufruf von 188 Professoren und Forschern der Volkswirtschaftslehre: Nicht wettbewerbsfähige Strukturen in den deutschen Ökonomie-Fakultäten nicht zementieren.
Mit Sorge verfolgen wir, 188 Professoren und Forscher der Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftswissenschaften, die Bestrebungen einiger unserer Kollegen, für eine Zementierung international nicht wettbewerbsfähiger Strukturen an deutschen VWL-Fakultäten zu argumentieren und den Blick der Öffentlichkeit auf den nützlichen Beitrag unserer Wissenschaft für die Lösung der drängenden Probleme zu verstellen. Dazu wird ein Zerrbild moderner ökonomischer Forschung gezeichnet.
Gibt es einen Richtungsstreit in der VWL?
Sonntag, 07.06.2009
Natürlich nicht. Am Montag, den 8. Juni, erscheint wohl im Handelsblatt ein Gegenaufruf zu dem Ohr-Vaubel- Aufruf. Mit diesem Gegenaufruf ist die zwar irgendwie amüsante, aber wenig hilfreiche Debatte um die Weiterexistenz von Reservaten für Ordnungspolitik-Professoren an deutschen Unis sinnvollerweise endlich vorbei.
Erfindet sich die FAZ ihre Fakten?
Mittwoch, 27.05.2009
Sind das die journalistischen Standards der FAZ? Oder war das ein ungewöhnlicher Einzelfall? Das habe ich mich gefragt, als ich kürzlich in der FAZ Zitate und Formulierungen sah, die mir zugeschrieben wurden. Die sind eigentlich wenig interessant – außer, daß ich mich mit meinen Eigenzitaten einigermaßen gut auskenne, und daher in diesem konkreten Fall etwas zur Faktenlage sagen kann. Wenn nun die FAZ häufig mit Fakten so umgeht, dann braucht man schon einen klugen Kopf, um in der FAZ zwischen Dichtung und Wahrheit zu unterscheiden. Darum geht es.
Schäuble redet Unsinn.
Freitag, 24.04.2009
Gestern in Berlin. Schäubles bewundernswerte Verdienste um die Deutsche Einheit sind unbestritten, und zunächst redete er darüber, in faszinierender Weise. Doch dann kam eine unschuldige Frage aus dem Publikum: Herr Schäuble, was kann die Ökonomen-Zunft in dieser Finanzkrise beitragen? Seine Antwort am Ende, im wesentlichen: “Die Ökonomen gebrauchen zuviel Mathematik. Niemand hat mehr die Konstruktionen auf den Finanzmärkten verstanden. Die Ökonomen haben gedacht, Volkswirtschaftslehre ist eine Naturwissenschaft und haben vergessen, daß es eine Sozialwissenschaft ist.” So ein Unsinn.
Keynes, Barro und “Voodoo Multipliers”
Mittwoch, 01.04.2009
Das Handelsblatt und andere erwecken seit einiger Zeit einen Toten wieder zum Leben: John Maynard Keynes. Nun gibt es Volkswirte, die die derzeit verbreiteten Schlußfolgerungen aus der inzwischen etwas angestaubten “General Theory”, insbesondere die von Fanfaren begleiteten Aufrufe zu massiven Stimulus-Paketen, nicht ganz teilen, um es einmal sehr vorsichtig zu formulieren. Insbesondere Robert Barro hat sich hier als ein wichtiger Kommentator und Rufer etabliert. Das Handelsblatt wirft Robert Barro nun vor, daß er sich mit seiner Keynes-Kenntnis “blamiert” habe und daß er “für seine Keynes-Kenntnisse [einen Nobelpreis] ... nicht verdient” habe, “so viel ist sicher” (siehe hier ).
Will Renate Ohr zurück in die Steinzeit?
Mittwoch, 25.03.2009
Zufällig habe ich folgenden Aufruf von Renate Ohr, Professorin in Göttingen, erhalten. Sie freut sich bestimmt über Unterstützer an renate.ohr@wiwi.uni-goettingen.de ... und nicht so sehr über andere Rückmeldungen, nehme ich an. Und genauso Herr Vaubel, vaubel@rumms.uni-mannheim.de. Ich veröffentliche es hier ohne weiteren Kommentar.
Ein Spickzettel für Merkel, Steinbrück, zu Guttenberg
Donnerstag, 12.03.2009
Erst einmal ein Lob für unsere Bundesregierung – ja wirklich! Die Stimulus-Hysterie der neuen Obama-Administration (Massive kreditfinanzierte Staatsausgaben!!!) macht sie nicht mit, und sie bleibt trotz der immer heftigeren Kritik daran – sogar auch vom IWF und diversen Volkswirten – stur. Allenfalls Steuersenkungen hier und da, ein Aufräumen im Finanzsektor, vielleicht etwas Hilfe für die neuen EU-Mitgliedsländer. Gut so! Aber bestimmt nicht einfach. Ich kann mir vorstellen, daß sich die Regierung hier in der Defensive fühlt, und mühsam versucht, ihren gewählten Kurs zu verteidigen. Daher, liebe Bundesregierung, dieser Spickzettel, als kleines Geschenk der modernen Makroökonomie und Wissenschaft.
Markt versus Staat
Dienstag, 03.03.2009
Na klar: die Verschrottungsprämie ist populär. 2500 Euro geschenkt – wer nimmt das nicht schon gerne mit? Dies war sicherlich als Geschenk an die Autoindustrie gedacht – und daß davon nur ein kleiner Teil (sagen wir 25 Prozent?) wirklich der Produktion in Deutschland hilft, nimmt die Regierung wohl in Kauf. Aber es geht auch anders. Die 2500 Euro Verschrottungsprämie – die Autofirmen selber hätten es von sich aus anbieten können, mit den gleichen Konditionen und wohl dem gleichen Effekt. Das geht wegen der hohen Lohnkosten nicht? Doch, natürlich. Gerade heute wurde berichtet, daß die Süd-Koreanischen Arbeiter bei einem Autoteil-Zulieferer Lohnkürzungen von 20% akzeptiert haben - und so ihre Arbeitsplätze erhalten.
