Der legendäre Schuhwurf von Bagdad
Dienstag, 16.12.2008
George W. Bush wollte unbedingt in die Geschichte eingehen. Jetzt hat er während seines Abschiedsbesuchs in Bagdad sein Ziel endlich erreicht. Er ist der erste amerikanische Präsident, der sich vor einem Paar fliegenden Schuhen verbeugte. Seine Erklärung, die Schuhattacke sei ein Ausdruck der von ihm eingeführten Demokratie im Irak, ist wenig überzeugend. Denn das Zweistromland ist nach der amerikanischen Besatzung Lichtjahre von Demokratie und Stabilität entfernt. Terrorismus, Korruption, Bürgerkrieg und tagtägliche Menschenrechtsverletzungen beherrschen das Bild des Iraks, der eigentlich nach den Versprechungen des amerikanischen Präsidenten ein Musterbeispiel für seine Nachbarn werden sollte.
Die Pilgerfahrt wird zur innerpalästinensischen Zerreißprobe
Freitag, 05.12.2008
Schon seit Kain und Abel gilt die Bruderfeindschaft als besonders tödlich. Und dies zeigt auch der seit
zwei Jahren andauernde Machtkampf zwischen den palästinensischen Organisationen Fatah und Hamas. Vom Duell der verfeindeten Brüder wird selbst das religiöse Leben nicht verschont. Die Regierungen der Hamas und der Fatah-Organisationen streiten darüber, wem von den Bewohnern Gazas die Pilgerfahrt nach Mekka erlaubt wird. Als Konsequenz werden die viele Pilger aus Gaza die Erfüllung ihrer religiösen Pflicht wohl auf das nächste Jahr verschieben müssen.
zwei Jahren andauernde Machtkampf zwischen den palästinensischen Organisationen Fatah und Hamas. Vom Duell der verfeindeten Brüder wird selbst das religiöse Leben nicht verschont. Die Regierungen der Hamas und der Fatah-Organisationen streiten darüber, wem von den Bewohnern Gazas die Pilgerfahrt nach Mekka erlaubt wird. Als Konsequenz werden die viele Pilger aus Gaza die Erfüllung ihrer religiösen Pflicht wohl auf das nächste Jahr verschieben müssen.
Auch die Pressefreiheit ist ein Opfer der israelischen Blockade von Gaza
Freitag, 28.11.2008
Egal, wer letztlich die Verantwortung für die durch die israelische Blockade verursachte humanitäre Katastrophe in Gaza trägt, die Weltöffentlichkeit hat ein Anrecht, sich ein eigenes Bild von den dortigen Verhältnissen zu machen. Dies sollte eigentlich durch eine vielfältige Berichterstattung durch die internationale Presse geschehen. Aber die Praxis sieht anderes aus: Die israelische Armee verbietet sowohl israelischen als auch ausländischen Journalisten die Einreise in Gaza.
Irak - Das Ende der amerikanischen Ära in Sicht
Dienstag, 18.11.2008
Die Unterzeichnung des Sicherheitsabkommens zwischen dem Irak und den USA könnte als die einzige Errungenschaft der missgeglückten Nahostpolitik des US-Präsidenten George W. Bush in die Geschichte eingehen. Allein die Festlegung des Abzuges der US-Armee auf Ende 2011 ist ein positives Signal für den Irak, der auf eine Wiederherstellung seiner nationalen Souveränität hoffen kann. Und die GIs, die bisher über 4000 Tode zu beklagen haben, können endlich heimkehren.
Obamas Wahl erschüttert das islamistische Weltbild
Dienstag, 11.11.2008
Die USA galten bisher im Jargon der Islamisten, vor allem des iranischen Mullah-Regimes, als "Aschaitan Alakbar", der "große Satan". Damit verleihen sie der politischen Auseinandersetzung mit den Amerikanern einen ewigen, unversöhnlichen und religiösen Charakter. Nach diesem Verständnis sind keine Kompromisse mit der Verkörperung des Bösen möglich.
Die Veränderung der US-Politik beginnt im Nahen Osten
Mittwoch, 05.11.2008
Hätte der neu gewählte US-Präsident die Möglichkeit, das politische Erbe George W. Bush's auszuschlagen, so hätte er mit Sicherheit die nahöstliche Hinterlassenschaft seines Vorgängers mit Nachdruck abgelehnt. Denn die Region hat acht Jahre lang buchstäblich unter der aggressiven und irrationalen Politik der Bush-Regierung gelitten. Das Ansehen der USA in der arabisch-islamischen Welt erreichte in dieser Periode den niedrigsten Stand in seiner Geschichte.
Gefährliches Säbelrasseln am Euphrat
Donnerstag, 30.10.2008
Die US-amerikanische Militäroperation auf syrischem Gebiet vom vorigen Sonntag überraschte die Welt. Die USA hatten Syrien in letzter Zeit für die Bekämpfung der Infiltration seiner Grenzen zu Irak durch Djihadisten gelobt und mit der angeblichen Verbesserung der Sicherheitslage im Irak geprotzt. Auch wurde das syrische Regime in den letzten Monaten von den meisten westlichen Ländern so gut wie rehabilitiert.
Zipi Livnis Entzauberung
Sonntag, 26.10.2008
Als die israelische Außenministerin mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt wurde, ging eine große Welle der Euphorie um die Welt. Die Kaffeesatzleser vor allem in den Medien gaben ihr eine große Chance, die zweite Ministerpräsidentin in Israel nach Golda Meir zu werden. Diese günstige Prognose ist jedoch mit dem Scheitern der wortkargen und diskreten Zipi Livni zusammengebrochen. Sie war nicht imstande, die ultraorthodoxe Schas-Partei für eine Beteiligung an ihrer geplanten Regierung zu gewinnen und damit die jetzige Regierungskoalition unter ihrer Leitung fortzusetzen. Israel steht nun wieder vor neuen vorgezogenen Parlamentswahlen.
Kommt es zu einer antiamerikanischen Intifada im Irak?
Mittwoch, 22.10.2008
Die Bilder aus Bagdad vom vorigen Samstag sprachen für sich. Tausende Demonstranten protestierten gegen die Unterzeichnung eines Sicherheitsabkommens zwischen Irak und den USA. Obwohl die zornige Masse zum politischen Lagers des schiitischen Führers Moktada Al Sadr gehörte, stehen auch wichtige sunnitische politische und religiöse Kräfte gegen das Abkommen, das aus ihrer Sicht den Interessen der Iraker wiederspricht.
Syrien im Visier der Djihadisten
Montag, 29.09.2008
Als beunruhigend bezeichnete die US-Außenministerin den Bombenanschlag in Damaskus vom vorigen Samstag, bei dem 17 Menschen getötet und 14 weitere verletzt wurden. Und sie hat damit vollkommen Recht. Denn Syrien wurde bis jetzt von dem islamistischen Terror verschont. Außerdem hätte eine Destabilisierung des Landes dramatische Folgen für die Konflikte in Irak, Palästina und Libanon.